Der Anspruch auf nache­he­lichen Unterhalt kann versagt, gekürzt oder zeitlich befristet werden, wenn eine Verpflichtung zur Zahlung grob unbillig wäre. Bei der Beurteilung sind auch die Belange der vom Unter­halts­be­rech­tigten betreuten gemein­samen Kinder zu berück­sich­tigen. Folgende Fälle sind denkbar:

Im Allge­meinen wird eine Ehedauer bis zu zwei Jahren als kurze Ehe angesehen, ab drei Jahren nicht mehr. Dazwi­schen kommt es auf den Einzelfall an. Die Ehedauer wird gerechnet von der Eheschließung bis zum Beginn des Schei­dungs­ver­fahrens. Bei Kinder­be­treuung besteht der Unter­halts­an­spruch aber meistens bis zum Ende der Betreuung der Kinder (derzeit: 14./15. Lebensjahr des jüngsten Kindes) dennoch weiter.

Dazu kann auch ein versuchter Prozess­betrug gehören, z. B. wenn der Unter­halts­be­rech­tigte eigene Einkünfte trotz Nachfrage bewusst verschweigt, um einen höheren Unterhalt zu erlangen, oder wahrheits­widrig angibt, nicht in einer festen Lebens­ge­mein­schaft zu leben.

Der Unter­halts­be­rech­tigte muss sich so verhalten haben, dass er hierdurch erst unter­halts­be­dürftig wird. Bei Alkohol- oder Drogen­sucht des Unter­halts­be­rech­tigten ist diese Voraus­setzung jedoch nicht ohne weiteres gegeben, sondern nur dann, wenn er keine Thera­pie­maß­nahmen unter­nimmt, sie abbricht oder ablehnt.

Darunter fällt z. B., wenn der Unter­halts­be­rech­tigte den Unter­halts­pflich­tigen ungerecht­fertigt denun­ziert, damit dieser seinen Arbeits­platz verliert, oder grundlos Straf­an­zeigen gegen ihn erstattet, auch dann, wenn eine Straftat tatsächlich gegeben sein sollte. Häufigstes Beispiel hierfür ist die Anzeige wegen Steuer­hin­ter­ziehung.

Ein Anspruch auf nache­he­lichen Unterhalt endet, wenn der Unterhaltsberechtigte wieder heiratet. Häufig ergibt sich deshalb folgende Situation: Die Ehefrau lebt zwar mit einem neuen Partner in ehelicher Weise zusammen und beide wirtschaften auch gemeinsam. Sie heiraten jedoch nicht, damit die frühere Ehefrau nicht ihren Unterhaltsanspruch verliert. Ein eheähnliches Zusammenleben mit einem neuen Partner kann dann zum Verlust des Unterhaltsanspruchs führen. Dazu muss die neue Beziehung zeitlich verfestigt sein, was die Rechtsprechung in der Regel nach zwei bis drei Jahren des Zusammenlebens annimmt. Eine gemeinsame Wohnung ist dazu nicht erforderlich, denn auch Eheleute müssen ja nicht in einer Wohnung leben. Endet die neue Beziehung, kann der Unterhaltsanspruch wieder aufleben.