Der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt entsteht mit der rechtskräftigen Scheidung. Der nacheheliche Unterhalt ist keine Fortsetzung des Trennungsunterhalts und muss daher als neuer eigenständiger Unterhaltsanspruch auch neu geltend gemacht werden.

Auch der nache­he­liche Unterhalt kann wie der Trennungs­un­terhalt rückwirkend verlangt werden. Dies gilt aber erst ab dem Zeitpunkt, an dem der Unter­halts­pflichtige nach der rechts­kräf­tigen Scheidung aufge­fordert wurde, den nache­he­lichen Unterhalt zu bezahlen oder Auskunft über seine Einkünfte zu erteilen. Diese Auffor­derung muss die Mitteilung beinhalten, dass der sich aus der Auskunft ergebende nache­he­liche Unterhalt verlangt wird.

Diese Forderung kann jedoch erst nach der rechtskräftigen Scheidung gestellt werden und nicht vorher! Ein nachehelicher Unterhaltsanspruch besteht nur, wenn der bedürftige Ehegatte nach der Scheidung nicht selbst für seinen Unterhalt sorgen kann. Diesen Grundsatz durchbricht das Gesetz jedoch durch verschiedene Unterhaltstatbestände. Deshalb wird der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt im Scheidungsverfahren geltend gemacht. Dadurch wird über den Anspruch gleichzeitig mit der Ehescheidung entschieden. Es kann dann keine „Unterhaltslücke“ zwischen Trennungsunterhalt und nachehelichem Unterhalt entstehen.

Der nache­he­liche Unterhalt kann auch abgefunden werden. Die Ehepartner können auf nache­he­liche Unter­halts­an­sprüche auch verzichten oder anderen Verein­ba­rungen – anders als über den Trennungs­un­terhalt – hierüber abschließen.

Ihre Famili­en­an­wälte beraten Sie gerne über die richtige Vorge­hens­weise um Nachteile für Sie zu vermeiden.