Erfor­derlich hierfür ist eine Eheschlie­ßungs­er­klärung der Verlobten gegenüber dem für die Entge­gen­nahme zustän­digen Standes­be­amten. Die Eheschlie­ßenden müssen persönlich und gleich­zeitig anwesend sein, ihre Erklärung darf keine Bedingung (z. B. „Ich heirate Dich, wenn …“) und keine Zeitbe­stimmung beinhalten.

Vorher muss die Eheschließung beim Standesamt des Wohnsitzes angemeldet werden. Der Aushang des Aufge­botes gehört der Vergan­genheit an. Liegen alle Unter­lagen vor, kann man sich mit der Anmeldung zur Eheschließung auch direkt das Jawort geben! Auch Trauzeugen benötigt man nicht mehr.

Nur Ehewillige, die auch ehefähig sind, können heiraten. Für die Ehefä­higkeit müssen zwei Voraus­set­zungen vorliegen:

Die sogenannte Ehemün­digkeit wird mit Eintritt der Volljäh­rigkeit erlangt, also mit Vollendung des 18. Lebens­jahres.

Ausnahms­weise sind aber auch Nicht­voll­jährige ehefähig. Voraus­setzung ist, dass der Ehewillige das 16. Lebensjahr vollendet hat und sein künftiger Ehepartner bereits volljährig ist. In diesem Fall kann der Ehewillige beim Famili­en­ge­richt einen Antrag auf Befreiung von dieser ersten Voraus­setzung stellen.

Wenn das Gericht dem Antrag auf Befreiung zustimmt, haben der/die gesetz­lichen Vertreter die Möglichkeit, der Entscheidung des Gerichts zu wider­sprechen. Für den Wider­spruch müssen aller­dings bedeu­tende Gründe sprechen. Andern­falls kann das Famili­en­ge­richt der Eheschließung des Minder­jäh­rigen auch entgegen dem Willen des/der gesetz­lichen Vertreter(s) zustimmen.

Im Ergebnis ist es somit auch einem Minder­jäh­rigen möglich, ohne die Zustimmung seiner Eltern zu heiraten.

Ehefähig ist nur, wer auch geschäfts­fähig ist.

In folgenden Fällen gibt es ein Eheverbot:

Ein Eheverbot besteht bei der sogenannten „Doppelehe“. Das bedeutet, dass eine Ehe nicht geschlossen werden darf, wenn einer der heirats­wil­ligen Partner mit einer dritten Person verhei­ratet ist.

Unter die Eheverbote fällt auch die Eheschließung bei Verwandt­schaft in gerader Linie und zwischen Geschwistern und Halbge­schwistern.

Durch das am 1. Juli 1998 in Kraft getretene Gesetz zur Neuordnung des Eheschlie­ßungs­rechts wurde das bis dahin beste­hende Eheverbot bei Schwä­ger­schaft jedoch aufge­hoben.

Oft hört man, dass ein Ehevertrag unromantisch sei und es als unpassend gilt, vor der Eheschließung darüber zu sprechen. Die Verlobten vergessen aber dabei, dass sie mit ihrem Ja-Wort vor dem Standesbeamten ebenfalls einen Vertrag, aber zu den Bedingungen des Gesetzes abschließen. Sie sind also nicht etwa ohne jede Regelung ihrer Verhältnisse während der Ehe. Sie sollten deshalb vor der Eheschließung durch ihren Familienanwalt/ihre Familienanwältin vorher überprüfen lassen, ob die gesetzlichen Regelungen in ihrem Falle auch passen oder ob nicht doch ein Ehevertrag, der auf das Ehebild, das beide haben, abgestimmt ist, besser für ihre Ehe wäre. Ein Ehevertrag muss notariell beurkundet werden, andernfalls ist er unwirksam.

Die Ehe endet durch Scheidung, Aufhebung, Nichtig­keits­er­klärung oder mit dem Tod eines Partners.