Eltern sind ihren Kindern unter­halts­pflichtig, umgekehrt aber auch Kinder gegenüber ihren Eltern. Fallen etwa für einen pflege­be­dürf­tigen Elternteil hohe Heimkosten an, die weder über die Leistungen der Pflege­ver­si­cherung und die Renten­ein­künfte noch aus seinem Vermögen gedeckt werden können, muss der Sozial­hil­fe­träger Leistungen erbringen. Diese macht er dann gegenüber den Kindern geltend. Die Kinder haften für den Unter­halts­bedarf des Eltern­teils jeweils anteilig nach ihren finan­zi­ellen Möglich­keiten.

Sowohl Einkommen als auch Vermögen sind für den Unterhalt einzu­setzen, soweit sie über den Selbst­be­halts­be­trägen und Freigrenzen liegen. Unter­halts­pflichten gegenüber Ehegatten, geschie­denen Ehegatten, nicht­ehe­lichen Müttern sowie Kindern gehen aber den Unter­halts­an­sprüchen der Eltern vor. Der Unter­halts­pflichtige soll keine spürbare und dauer­hafte Senkung seines berufs- und einkom­mens­ty­pi­schen Lebens­stan­dards hinnehmen müssen. Daher sind die Selbst­be­halts­be­träge höher und belaufen sich auf mindestens 1.600 €. Auch die Hälfte des diesen Selbst­behalt überstei­genden Einkommens bleibt dem unter­halts­pflich­tigen Kind für sich selbst erhalten.

Wird Vermögen heran­ge­zogen, so sind auch da Freigrenzen und Schon­ver­mögen zu berück­sich­tigen. Das unter­halts­pflichtige Kind kann grund­sätzlich nicht dazu gezwungen werden, eine von ihm selbst bewohnte Immobilie zu verkaufen, um aus dem Erlös den Eltern­un­terhalt bezahlen zu können.