Während der Trennung besteht – bis zum Beginn des Schei­dungs­ver­fahrens – der gesetz­liche Güter­stand der Zugewinn­ge­mein­schaft. Alle Vermö­gens­werte, die in dieser Zeit erworben werden (z. B. Lotto­gewinn) und bei Zustellung des Eheschei­dungs­an­trags noch vorhanden sind, werden in den Zugewin­n­aus­gleich einbe­zogen.

Verringert ein Ehegatte bewusst sein Vermögen, um den anderen Ehegatten leer ausgehen zu lassen, hilft das Gesetz: Bei der Berechnung des Zugewinns wird auch das verschwundene Vermögen mit heran­ge­zogen. Voraus­setzung dafür ist aller­dings der Beweis, dass dieses Vermögen früher einmal vorhanden war und der Ehegatte keinen guten Grund für diese Ausgaben hatte. Es empfiehlt sich also, während der Ehe immer über das Vermögen des anderen Ehegatten infor­miert zu sein und hierüber auch Unter­lagen zu haben.

Will einer der Ehegatten noch vor der Scheidung sein gesamtes Vermögen übertragen oder verkaufen, braucht er die Zustimmung des anderen Ehegatten.

Über alle regelungs­be­dürf­tigen Punkte können schon in der Trennungszeit Verträge geschlossen werden. Treffen die Ehegatten noch vor rechts­kräf­tiger Scheidung in einem solchen Vertrag Verein­ba­rungen zum nache­he­lichen Unterhalt, zum Zugewin­n­aus­gleich oder zum Versor­gungs­aus­gleich, muss dieser Vertrag notariell beurkundet werden, andern­falls wäre er unwirksam.

Will man den Unterhalt verbindlich regeln, sollte man sich für einen Anwalts­ver­gleich oder eine notarielle Urkunde entscheiden. Das kann ein langwie­riges und teures Gerichts­ver­fahren sparen.

Einmal getroffene vertrag­liche Regelungen sind jedoch nur sehr schwer zu korri­gieren. Sie können sich auch unbeab­sichtigt auf andere, ungere­gelte Punkte auswirken. Es empfiehlt sich daher, vor Vertrags­schluss anwalt­liche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn die Famili­en­an­wältin/der Famili­enanwalt hat die Inter­essen ihrer/seiner Partei zu wahren, der Notar ist dagegen zur Neutra­lität gegenüber beiden Parteien verpflichtet.

Bis zum Beginn eines Schei­dungs­ver­fahrens, also bis zur Zustellung eines Schei­dungs­an­trages durch das Famili­en­ge­richt, ändert sich an dem gesetz­lichen Erbrecht des Ehegatten nichts.